Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt

Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften :: Master Musiktherapie

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Aufgaben- und adressatInnenorientierte Soziale Arbeit / Vertiefungsstudium Musiktherapie in der Sozialen Arbeit

Nummer: 7.3 und 7.4   
Credits: 20               

SWS: 18          
   
Semester: 6 & 7

Ziele und Bedeutung des Moduls für Profil und berufliche Qualifikation

Vom Gesamtrepertoire der Musiktherapie wählt das Modul gezielt einzelne Elemente der Musiktherapie für die Soziale Arbeit aus. Diese betreffen insbesondere Interventionen im sekundären Störungsbereich mit den Zielstellungen der ressourcenorientierten Gruppen- und Einzelarbeit und des Bearbeitens von sozial-kommunikativen Prozessen. Das bedeutet, dass hier nicht für den klinischen Akutbereich qualifiziert wird, sondern für ausgewählte und häufig auftretende Folge- und auch für nicht klinische Störungen für die relativ Benachteiligten innerhalb der gesamten Breite der Handlungsfelder der Sozialen Arbeit. Inhaltlich ist der Studienschwerpunkt als empirisch-evidenzbasiert charakterisiert, was mit dem Profil des Studienganges abgestimmt ist.

Kompetenzen

Die im Modul vermittelten Kompetenzen sind:

-          Musiktherapeutisch relevante musikalisch praktische Kompetenzen

-          Kompetenz zum Erfassen von Möglichkeiten der Stärkung von Ressourcen und der Bearbeitung sozialer Prozesse mit musiktherapeutischen Mitteln

-          Gruppenleitungskompetenz

-          Kompetenz zum Entwickeln klientenspezifischer Gruppen- und Einzelangebote der Musiktherapie in der Sozialen Arbeit.

 

Lernformen / Aufbau des Moduls

Der Aufbau des Studienschwerpunktes gestaltet sich folgendermaßen:

Das sechste Semester im Vertiefungsbereich (7.3) gliedert sich in folgende einzelne Lehrveranstaltungsformen und Inhalte:

                1) Vorlesung zu Grundlagen der Aktiven Gruppenmusiktherapie. 2 SWS

                2) Übung zur Aktiven Gruppenmusiktherapie und der Gruppenarbeit                                 mit Musik. 2 SWS

                3) Übung zur musiktherapeutischen Improvisation. 2 SWS

                4) Einführung in die Orff-Musiktherapie. 2 SWS

                5) Diagnostik und Fallbeispiele. 1 SWS

Das siebte Semester im Vertiefungsbereich (7.4) gliedert sich, auf das sechste Semester aufbauend, in folgende einzelne Lehrveranstaltungen:

1) Übung zum Gruppenleiterverhalten in Aktiver Gruppenmusiktherapie. 3 SWS

2) Praxisprojekt in einer Einrichtung in Würzburg und Umgebung mindestens im 2-er-Studierenden-Team zur Musiktherapie in der Sozialen Arbeit. 3 SWS

3) Rezeptives Wahrnehmungstraining (Selbsterfahrung). 2 SWS

4) Weitere und international Methoden der Musiktherapie. 1 SWS

Alle Lehrveranstaltungen und Inhalte sind eng miteinander verzahnt und bauen direkt aufeinander auf. In der Kernmethode der Aktiven Gruppenmusiktherapie werden symptomorientiert die Steigerung des Selbstwerterlebens und die Bearbeitung von kommunikativen Störungen in den Mittelpunkt der Vermittlung gestellt. Dazu bietet die Vorlesung die theoretischen Grundlagen sowie ausgewählte Fallbeispiele. Die Übung sowie die Übung zur musiktherapeutischen Improvisation vermitteln die praktischen elementarmusikalischen Grundkompetenzen zum Umsetzen dieser Methode. Im Wahrnehmungstraining werden eigenreflexive Grundlagen des Musikerlebens für die spätere Gruppenleiterrolle, die Erkundung psychosozialer Bedeutungen von Musik und für die Verhaltensanalyse von innerem Verhalten von Klienten erarbeitet. Darauf aufbauend werden in der Übung zum Gruppenleiterverhalten Verhaltenskompetenzen zur Leitung von Gruppen mit Videofeedback und dessen systematischer Reflexion im Rahmen der Methode erworben sowie im Praxisprojekt für konkrete Klientensituationen unter Anleitung entwickelt, durchgeführt und kritisch reflektiert. Für den Bereich der musiktherapeutischen Tätigkeit in der Sozialen Arbeit bei Menschen mit Behinderungen wird die verhaltensorientierte Orff-Musiktherapie mit deren Grundprinzipien sowie ihrem Fokus der Elternarbeit vermittelt. Zur systematischen Verhaltensbeobachtung sowie zur Nutzung evidenzbasierter Ergebnisse der Musiktherapie werden in den beiden Blöcken zur Musiktherapieforschung Methoden und deren Anwendung in der praktischen Arbeit erlernt, angewendet und eigenständig sachlich kritisch reflektiert.

Workload

18 SWS Kontaktstunden, 36 SWS Eigenstudium inkl. Anwendungsentwicklungen

Art Lehrveranstaltungen

Seminaristischer Unterricht, Übung (z.T. mit video-feedback), Praxisprojekt, z.T. Video-Konferenz

Ausgewählte Literatur

Baker, F. (2015): Therapeutic Songwriting. London

Orff, G. (1985): Die Orff-Musiktherapie. München

Plahl, C. & Koch-Temming, H. (2005): Musiktherapie mit Kindern – Grundlagen – Methoden – Praxisfelder.  Bern

Schwabe, C. (1997): Aktive Gruppenmusiktherapie. Weida

Schwabe, C. & Haase, U. (1998): Die Sozialmusiktherapie. Weida

Schwabe, C. & Rudloff, H. (Hrsg.) (1997): Die Musikalische Elementarerziehung. Weida

Schwabe, C. & Röhrborn, H. (1996): Regulative Musiktherapie. Stuttgart

Voigt M. (2001): Musiktherapie nach Gertrud Orff – eine entwicklungsorientierte Musiktherapie. In:  Decker-Voigt, H.-H. (Hrsg.). Schulen der Musiktherapie. München, 242-262

Wigram, T. (2004): Improvisation. Methods and Techniques for Music Therapy Clinicians, Educators and Students. London & New York

Wosch, T. (2001): Psychiatrische Einzelmusiktherapie als Modifikation von Leipziger Schule und Verstehender Psychiatrie. In: Decker-Voigt, H.-H. (Hrsg.): Schulen der Musiktherapie. München, 183-207

Verantwortlicher Dozent

Prof. Dr. Thomas Wosch, Leiter des Vertiefungsbereiches

Prüfung:

-          6. Semester Präsentation und Diskussion eines Aspekts der Musiktherapie in der Sozialen Arbeit

-          7. Semester Klausur zum Praxisprojekt